Motiv zuEine künstlerische Urgewalt wird 75
Klaus Süß

Eine künstlerische Urgewalt wird 75
Klaus Süß

Dass der 1951 in Crottendorf/Erzgebirge geborene Künstler auch ein erfolgreicher Zeichner und Maler ist, erstaunt ihn manchmal selbst, so sehr verbinden alle seinen Namen mit dem eindrucksvollen Holzschnitt-Werk, das mit expressivem Furor nach 1989 wie ein Blitz auch in die westdeutsche Kunstlandschaft einschlug. Süß gehör-te damit zu den wenigen DDR-Künstlern, die sofort nach dem Fall der Mauer auch im Westen reüssierten.

Nur wenige haben die Druckgrafik um so viele Neuerungen bereichert wie er: Den Holz- bzw. Linolschnitt in der Technik der verlorenen Form hatte zwar 1958 Picasso entwickelt, er war aber hierzulande noch wenig verbreitet, als Süß damit experi-mentierte. Seine Entdeckung, dass sich die stark glänzende DDR-Druckfarbe dämpfen ließ, wenn sie mit Mehl bestäubt wurde und dies gleichzeitig für aufge-brochene Oberflächen sorgte, gab dem Farbholzschnitt eine völlig neue Wirkmacht. Seine Kultur, die Druckstöcke seiner Holzschnitte zu bemalen, machte diese zu eigenständigen Kunstwerken. Auch von der Rückseite durchschlagend kolorierte Holzschnitte, auf hauchdünnem Chinabütten gedruckt, gehören zu seinen Inno-vationen, genau wie die Orig.-Holzschnitt-Bücher, deren Buchdeckel aus einem der verwendeten Druckstöcke bestehen. Lesen Sie mehr über den Lebensweg und die künstlerische Entwicklung einer außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit unter dem Link unten.

Motiv zuAtelierbesuch bei Gerda Lepke in Gera

Atelierbesuch bei Gerda Lepke in Gera

Sie hütete den späteren Schriftsteller Ingo Schulze, als er noch ein Kind war, und beförderte mit ganz eigenen Methoden seine schriftstellerische Entwicklung, sie gehörte zum engsten Freundeskreis von Christa Wolf und ihrem Verleger-Gatten Gerhard, Günther Uecker schätzte ihre Arbeit und stellte mit ihr zusammen aus, Georg Baselitz sagte sie ins Gesicht, was sie von seiner A...loch-Denunziation nicht aus der DDR emigierter Künstler hielt. Gerda Lepke tat und malte in der DDR, was sie wollte, und das hat sie nach dem Fall der Mauer nicht geändert. Ein Besuch in dem Atelierhaus, das sie, die in Wurgwitz bei Dresden lebt, sich selbst in Gera gebaut hat, und eine Auswahl ihrer Arbeiten, inkl. Einblick in die sehr persönlichen Skizzenbücher.

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Danke, Klaus Raasch

28. Jan. 1960 bis 8. Juni 2026

Er war der freundlichste, großzü-gigste und hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. Mit nur 66 Jahren ist er am 8. Juni in Hamburg sei-ner Krebserkrankung erlegen, nur wenige Jahre, nachdem er für sei-nen Freund Artur Dieckhoff, der Ende 2020 das gleiche Schicksal erlitt, eine Künstler-Gedenkmappe mit dem Titel „Danke, Artur“ auf den Weg gebracht hatte.
Wie Artur stammte Klaus Raasch aus dem Ruhrgebiet, kam 1981 zum Studieren nach Hamburg und gründete 1984 mit dem 12 Jahre älteren Dieckhoff die Druckwerkstatt „Schwarze Kunst“, in der ne-ben den jeweils eigenen Farbholzschnitten auch zahlreiche orig.-gra-fische Bücher gedruckt wurden. „Lebe wild und gefährlich“ lautete Arturs 10.000-fach (als Postkarte) gedruckte Maxime, Klaus Raasch war die ruhige, zuverlässige Problemlösung in Person daneben.
Zusammen haben die beiden ein eigenes Kapitel Buchkunstge-schichte geschrieben. Orientiert am Ethos HAP Grieshabers, auch wenig begüterten Menschen originalgrafische Bücher zu kleinen Preisen zugänglich zu machen, schufen sie herrliche, von Humor und Fantasie beflügelte Kunstwerke. Daneben illustrierte Klaus Raasch auch z.B. für den Leipziger Bibliophilen-Abend. Ab 2015 leitete er 10 Jahre lang die Norddeutsche Handpressenmesse im Hamburger Museum der Arbeit. Klaus Raasch war sosehr Drucker, wie er Künstler war. Mit seiner unaufgeregten, ruhrpöttisch geraden Art und seinem trockenen Humor geht der Welt weit mehr verloren als „nur“ ein begnadeter Holzschneider. Danke, Klaus Raasch!

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Grafikkalender im Sack für 2027

Ursprünglich war es nur ein schnelles Provisorium, als der von der Büchergilde mit der Berliner Tabor Presse herausgegebene Tabor-Kalender von den Druckern nicht mehr wei-tergeführt wurde. Aus Restauflagen und Einzel-stücken, allesamt hochwer-tige Originalgrafiken, ent-stehen maximal 40 grafi-sche Kalender, keiner gleicht dem anderen. Nun geht dieser Kalender schon in seine 5. Ausgabe, und wohl letztmalig gelingt es uns dank der beteiligten Künstler/innen, den Preis bei 498.- Euro stabil zu halten. Sowohl Hans Ticha als auch Klaus Süß haben zugesagt, wieder signierte Orig.-Grafiken zur Verfügung zu stellen, daneben gibt es Grafiken u.a. von Axel Hertenstein, HAP Grieshaber (diese unsigniert), Franziska Neubert, Frank Eißner, Andrea Lange und vielen anderen, auch Orig.-Fotografie. Nicht jeder Kalender enthält Arbeiten all dieser Künstler/innen. Man kann aber Wünsche äußern. Im Zweifel werden Grafiken zugelost.

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Peter Zaumseil

Neue Kabinett-Ausstellung Am Salzhaus 1 in Frankfurt/Main in der Buchhandlung Vielseitig & Büchergilde

In unseren neuen Räumen im Goethe-Haus-Komplex in Frankfurt gibt es ja nun dank zahlreicher Fenster Tageslicht statt Galeriewänden. Aber in kleinem Maßstab, mit etwa 15 Arbeiten, können wir auch jetzt für eine Büchergilde-typische Verbindung von Kunst und Literatur sorgen.

Peter Zaumseil, 1955 in Greiz geboren, gehört mit seinen aufwändigen Farbholzschnitten zum Tafelsilber der zeitgenössischen Druckgrafikszene. Seine Arbeiten, die in der Technik der verlorenen Form entstehen, sind geprägt von der wunderbaren Landschaft seiner Heimatregion, dem Vogtland. Und das, obwohl er die Welt von Laos bis Armenien und von Albanien bis zur Mongolei bereist hat. Die Ausstellung zeigt zahlreiche „Pärchen“ von bemaltem Druckstock und dem zugehörigen Farbholzschnitt. Und es gibt jetzt auch über ihn einen buchgewordenenen fotografischen Atelierbesuch des Münchner Sammlers und Fotografen Dietmar Mayer. Peter Zaumseil lebt und arbeitet in Elsterberg.

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Einladung zum 7. Aschaffenburger Buchkunstsalon

Freitag 9. bis Sonntag 11. Oktober 2026
Jetzt in der ehemaligen Pumpenfabrik!

Der Buchkunstsalon wächst – und zieht vom bisherigen Ort im Café Krèm in den atmosphäri-schen Raum einer früheren Pumpenfabrik, der nun für kulturelle Zwecke genutzt wird. Auch die Teilnehmer/innen-Liste ist noch ein bisschen illustrer geworden: So kommt Katrin Stangl, die aktuelle Hans-Meid-Preisträgerin aus Köln, und aus Leipzig kommt der Bibliophilen-Abend mit seinen hochwertigen Pressendrucken. Mit The Bear Press, dem Verlag Thomas Reche, der Berliner Edition Wasser im Turm, dem Papierkünstler John Gerard und der Sascha Juritz-Pawel-Pan-Presse ist die Buchkunst bestens vertreten, ebenso wie von Künstler/innen wie Susanne Theumer, Frank Eißner, Urte von Maltzahn-Lietz und Inka Grebner.

Wir zeigen an unserem Stand Arbeiten von Peter Zaumseil, Antje Wichtrey, Gerda Lepke, Hans Ticha, Klaus Süß und Klaus Raasch. Geöffnet Freitag, 9.10., 16.00–20.00 Uhr, Samstag 11.00–19.00 Uhr, Sonntag 11.00–17.00 Uhr
Podium 30A, Würzburger Straße 30 A, Aschaffenburg. Eintritt 3 Euro. Das Kulturprogram, u.a. mit Papierschöpfen, finden Sie unter dem Link.

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Hans-Meid-Preis für Katrin Stangl

Er ist der bedeutendste Preis für Buchillustration und figurative Grafik, aber viel weniger bekannt als z.B. der Deutsche Buchpreis. Verliehen wird er von der Hans-Meid-Stiftung, die sich auf das Werk des wichtigsten Vertreters des deutschen Impressionismus im Bereich der Grafik und der Buchillustration bezieht. Immerhin schaffte es die Nachricht, dass die diesjährige Preisträgerin Katrin Stangl ist, auf die Titel-Seite des FAZ-Feuilletons. Katrin Stangl illustrierte Bücher für Erwachsene wie für Kinder, für die Büchergilde, den Insel-Verlag u.v.a. Nachdem sie 2018 schon mit dem Preis für das schönste Buch des Jahres („Schwimmt Brot in Milch?“) ausgezeichnet wurde, ist sie nun die wohl höchstdekorierte deutsche Buchillustratorin. Pünktlich zur Ehrung hat sie eine Luxusausgabe ihrer letzten Illustration im Insel-Verlag „Kurt Tucholsky - Gib mal ‘n Kuß auf Lottchen“ fertiggestellt.

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Jan Peter Tripp

Hans-Meid-Ehrenpreis
für sein Lebenswerk

Der nur unre-gelmäßig ver-liehene Hans-Meid-Ehrenpreis für ein Lebenswerk wurde dem Künst-ler Jan Peter Tripp zuerkannt. Der 1945 in Oberstdorf im Allgäu ge-borene Künstler studierte zwei Jahre an der Freien Kunstschule in Stuttgart bei Gerd Neisser. Von 1967 bis 1970 besuchte er die Aka-demie Stuttgart und studierte Bildhauerei bei Rudolf Daudert. An-schließend war er zwei Jahre Meisterschüler des Wiener Phantasti-schen Realisten Rudolf Hausner. Tripp ist einer der bedeutendsten deutschen Vertreter des Fotorealismus. Auch seine verblüffend hyperrealistischen Radierungen sind sehr gesucht.

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Wer hat den Baselitz auf den Kopf gestellt?

Der Christian Morgenstern war's. Und der Hans Ticha hat's verbildlicht

Nun muss es doch enthüllt werden: Als der Maler Georg Baselitz ab 1969 seine Bilder kopfüber präsentierte, folgte er einer Idee von Christian Morgenstern aus dessen 1905 erstveröffentlichten „Galgenliedern“:

„Bilder, die man aufhängt umgekehrt,
mit dem Kopf nach unten, Fuß nach oben,
ändern oft verwunderlich den Wert,
weil ins Reich der Phantasie erhoben. [...]“

Illustration aus: Hans Ticha/Christian Morgenstern – Alle Galgenlieder. 368 S. mit 63 farbigen Illustrationen von Hans Ticha, hier die Künstler-Vorzugsausgabe der Büchergilde-Illustration:

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Hans Traxler

21. Mai 1929 bis 24. August 2026

Hans Traxler wurde 1929 in Herrlich/Böhmen geboren und kam 1945 nach Regensburg. Dort ging er durch die harte Zeichen-schule des ehemals Prager Akademieprofessors Max Geyer, der ihn u.a. mit Sepiakreide die 82 (!) Be-wegungen des menschli-chen Arms zeichnen ließ. Mit 17 verkaufte Traxler seine erste Karikatur an eine Münchner Illustrierte und übersiedelte 1951 nach Frankfurt am Main, wo er zunächst als Karikaturist arbeitete und dann an der Städelschule Freie Malerei studierte. Ab 1962 schrieb er Beiträge für die „Pardon“ und verfasste zahlreiche Bücher. Eines von ihnen, „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“, war eine so gelungene Persiflage auf die Märchenforschung, dass es Traxler Ermittlungen wegen Betruges einbrachte. 1979 war er Mitbegründer der Satirezeitschrift „Titanic“ und schuf die „Birne“-Karikatur von Helmut Kohl. Hans Traxler ist in der Nacht auf den 24. August 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben.

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Neu in den letzten 14 Tagen

Wir haben einen Service auf grafikbrief.de eingerichtet: Ein Link auf der Startseite „Neu in den letzten 14 Tagen“ verschafft Ihnen mit einem Klick eine Übersicht, bei welchen unserer ca. 250 Künstler/innen, Druckpressen, Verlage und Themen wir Neues eingestellt haben. Es lohnt dann oft, eine Sie interessierende Künstler/innen-Seite anzuklicken, denn auch wenn wir 10 neue Arbeiten eines Künstlers hier einpflegen, rücken wir höchstens 2 oder 3 dieser Arbeiten in die Rubrik „Neu in den letzten 14 Tagen“.