Pfaffenweiler Presse

Die Ehe zwischen dem Zeitungsredakteur Karl Georg Flicker (1938–1984) und seiner Frau Hertha stand von Anfang an im Zeichen der Druckkunst – bevor das junge Paar Möbel hatte, stand eine „Nudel“ in der Wohnung, eine kleine Handpresse. Die gemeinsame Leidenschaft für gute Literatur und das schön gedruckte Buch führte Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre zur Freundschaft mit den Buchkünstlern Giovanni Mardersteig und Otto Rohse und mündete 1974 in der Gründung einer eigenen Presse im Weindorf Pfaffenweiler bei Freiburg. In den Folgejahren konnten viele namhafte Künstler und Autoren zur Mitarbeit gewonnen werden: die begehrten Erstdruckrechte bekamen die Flickers etwa von Peter Härtling, Karl Krolow und Friederike Mayröcker, Originalgrafiken von Künstlern wie der weltberühmten Maria Lassnig, von Alfred Pohl oder Celestino Piatti, dem im Dezember 2007 verstorbenen Schöpfer von mehr als 6000 Buchtiteln des Deutschen Taschenbuchverlags (dtv). Das Signet der Pfaffenweiler Presse schuf Otto Rohse: ein vorwärts strebender Vogel für den Fortschritt zeitgenössischer Literatur, und ein rückwärts gerichtetes Krabbeltier für das Bewahrende der traditionellen alten Formen, schöne Bücher zu machen.