Quetsche

Quetsche, das klingt irgendwie nicht so sehr schön. Vor allem, wenn man nicht weiß, dass der Begriff im Süddeutschen, wo der Verleger und Drucker Reinhard Scheuble herstammt, synonym für Klitsche verwendet wird, eine etwas abfällige Bezeichnung für einen Druckerei-Kleinbetrieb, aber auch für eine Schankwirtschaft. Es begann also mit einer guten Portion Selbstironie, als der Leiter der Druckwerkstatt des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) im Berlin-Kreuzberger Bethanien, Reinhard Scheuble, 1985 zusammen mit Gisela Mott-Dreizler ein eigenes „Label“, wie man das heute bezeichnen würde, begründete: die Quetsche Witzwort, in der der Buchdrucker, Buchkünstler, Buchverleger und die Künstlerin die Welt mit ihren Werken „nach Kräften zu verbessern und verschönern“ trachteten. 2020 starb Wolfgang Scheuble überraschend, und seitdem führt Gisela Mott-Dreizler die Quetsche weiter.

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